Dieser neue grafische Stil in der redaktionellen Gestaltung (Magazingestaltung) und in der Werbung entwickelte sich vor allem auf der Grundlage der Gepflogenheiten amerikanischer Schriftsetzer, Gebrauchsgrafiker und Fotografen, sowie die neuen progressiven Ansätze der deutschen und europäischen Avantgarde (z. B. Bauhaus-Designer) und emigrierter Grafikdesigner (Artdirektoren) aus Europa in den 1930er und 1940er Jahren, wie Alex Brodovitch (1898-1971), Alexander Liebermann (1912-1999), Henry Wolf (1925-2005), Mehmed Femi Agha (1896-1896) 1978), Herbert Bayer (1900-1985), Josef Albers (1888-1976) und Laszlo Moholy-Nagy (1895-1946), Gründungsdirektor des New Bauhaus in Chicago, aus dem die School of Design (ab 1944 das Design Institute) hervorging. Insbesondere der berühmte Aufsatz des „jungen“ Jan Chichold (1902-1974) über die neue elementare Typografie, der im Juli 1930 in der Commercial Art unter dem Titel „A New Life in Print“ erschien, beeinflusste amerikanische Grafiker, darunter Paul Rand. (1914-1996). 4) Nach dem Zweiten Weltkrieg, insbesondere in den 1950er Jahren, entstanden in den Vereinigten Staaten, Europa und Asien die ersten multinationalen Unternehmen, deren Unternehmenskommunikation (Corporate Design, Werbung, Public Relations) weitgehend von Grafikdesignern und Werbeagenturen gestaltet und umgesetzt wurde. Mitte der 1950er Jahre wurde die so genannte „Business ID“ zum weltweit am schnellsten wachsenden und lukrativsten Segment des Grafikdesigns. Zu den frühen Befürwortern des modernen Grafikdesigns auf Unternehmensseite gehören IBM International Business Machines Corporation (Thomas Watson: „Good design is good business“) und C. Olivetti & Co, SpA.

Zeitgleich mit der Designoffensive der expandierenden Unternehmen, also ab Mitte der 1950er Jahre, entstand in New York ein eigenständiger grafischer Stil, der sich vom Einfluss deutscher und europäischer Einwanderer abgrenzte. Herb Lubalin (1918-1981) nannte diesen Stil später die „New Yorker Schule“. Die Grafikdesigner Herb Lubalin (1918-1981), Paul Rand (1914-1996) und Milton Glaser (* 1929) gehören zu den ersten bekannten Protagonisten dieser „New American School“ (American School of Graphic Expression).

New York ist die Wiege und von Mitte der 1940er bis Ende der 1970er Jahre das unbestrittene Zentrum des Grafikdesigns. Hier trafen sich die besten Grafikdesigner; es entstanden Netzwerke wie der Print Directors Club (TDC), der Art Directors Club (ADC) und das American Institute of Graphic Arts (AIGA). „Ausgehend von New York verbreitete sich das Grafikdesign bald auf dem nordamerikanischen Kontinent, schwappte nach England (London) und von dort auf das Festland über.“ 5) (…) „Mit den Niederlassungen amerikanischer Werbeagenturen in Europa kam der Begriff Grafikdesign erst in den späten 1960er, vielleicht auch erst in den 1970er Jahren nach Deutschland; zunächst in den Frankfurter (AM) Raum und dann nach Düsseldorf (…) „. 6)

Das ungewöhnliche neue Grafikdesign amerikanischer Typographen und Art-Direktoren, die sich an keine Regeln zu halten schienen, eröffnete im Nachkriegsdeutschland der 1960er und 1970er Jahre eine neue, unkonventionelle Sicht auf Bild- und Typografiekomposition, Form und Inhalt. „Hier wurden Schriften verschiedener Stile gemischt, hier wurde die Fotografie wie in Europa verwendet, und selbst Traditionalisten, die alle Regeln gebrochen sahen, beschwerten sich:“ Und das Schlimmste: Es sah gut aus! „7)“ Es reichte nicht aus, die Überschriften größer zu machen, stattdessen wurde der Text so kontrastreich wie möglich in großen, fetten Buchstaben gesetzt. Schriftgröße, Einrückung und Zeilenabstand wurden rein nach visuellen Kriterien gewählt, kein Dogma schränkte die amerikanischen Designer ein“. 8-й)

Dieser neue Ansatz stand in direktem Widerspruch zu dem strengen, dogmatischen Gestaltungskonzept der hochschule für gestaltung ulm (1953-1968), 9) den Traditionalisten der deutschen Buchkunstszene 10) und – mehr oder weniger – der nationalkonservativen Zunft der deutschen Gebrauchsgrafiker. 11)

Insbesondere der spielerische Umgang mit Fotografie und Illustration in Kombination mit kreativer und zurückhaltender typografischer Gestaltung unterscheidet sich deutlich von dem auf dem Raster basierenden deutsch-schweizerischen Stil (Rasterdesign), der nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) vor allem auf die „Bauhaus-Typografie“ (1923-1933) und die „hfg ulm“-Sichtweise zurückzuführen ist.

Der Begriff „Grafikdesign“ setzte sich dann ab den 1970er Jahren in Deutschland allmählich durch, zunächst außerhalb des traditionellen grafischen Gewerbes, 12) vor allem bei den ersten autodidaktischen und freiberuflichen „Designern“ (Freelancern), aber auch in Werbeagenturen, deren avantgardistische, interdisziplinäre

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